…Europäischer Hof

Der Europäische Hof. Das nun schon in der vierten Generation privat geführte Fünf-Sterne-Hotel gehört ohne Zweifel zu Heidelberg wie die anderen Wahrzeichen der Stadt, ist für viele Einheimische wie ein guter, alter Bekannter, durfte Gästen mit Rang und Namen ein wohliges Zuhause sein und begrüßt täglich seine vielen Besucher aus Nah und Fern mit einem warmen Lächeln. Dieser ruhige Koloss liegt wie ein freundlicher Fels in der Brandung im Zentrum von Heidelberg, scheint für manch einen wie ein Buch mit sieben Siegeln und gleichzeitig präsentiert sich das so geschichtsträchtige Haus voller Wonne mit gelebter Offenheit! Die Betreiber, welche sich im Wandel der Zeit und auf einzigartige Weise stets neuen Herausforderungen stellten, Zeichen erkannten, Bedingungen erfüllten und mutige Entscheidungen trafen, etablierten das Hotel mit sehr viel Arbeitseinsatz, ordentlich Wissen und noch mehr Fachkompetenz zu einem führenden Grandhotel Deutschlands. So wird immerzu mit Herz und Verstand moderne Technik eingesetzt,

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altbewährtes Stück für Stück verfeinert und ganz nach dem Motto: „Langeweile ist ein Fremdwort“ wird hier ständig mit dem richtigen Riecher nach Innovationen gesucht, welche dem Hotel entsprechen und den Charakter des Hauses bewahren. Und zu diesem Charakter des Hotels gehört natürlich auch, dass die hauseigene Polsterei und Schreinerei immerzu fachkundig am werkeln sind, dass die Blumengestecke vor Ort selbst kreiert werden, dass das Weisszeug immer noch selbst bearbeitet wird, dass alle Mitarbeiter fest angestellt sind und vor allem, dass die Philosophie von Vertrauen und die Werte von Fairness, Achtsamkeit und Verantwortungsbewusstsein mehr als hoch gehalten und vermittelt werden. Und jetzt, wo dieses einzigartige Hotel im Jahre 2015 hundertfünfzig Jahre alt werden sollte, frohlockte der Löffelmeter nicht schlecht, freute sich mehr als viel und fragte sich gleichzeitig: „Wie funktioniert Küche eigentlich bei den ganz Großen?“.

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Also wurde kurzer Hand unser sehr geschätzter „Verbindungskünstler“, Freund und „Türöffner“ Erik Pratsch kontaktiert, mit ihm ein Termin eruiert und ehe wir uns versahen, fanden wir uns mit Chefkoch Michael Szofer, Dr. Caroline von Kretschmann und Herrn Pratsch gemeinsam am Tisch im Europ Treff, tranken Tee, fingen an die Tiefen der alltäglichen Kochkunst zu erarbeiten und uns wurden die Besonderheiten eines Hotelbetriebs dieser Größe offenbart. Herr Pratsch, welcher selbst schon Chefkoch im Europäischen Hof gewesen war, erläuterte fachkundig und mit Anekdoten gespickt das einstige Wesen einer Spitzenküche; und gemeinsam mit Herrn Szofer verdeutlichte er den Wandel und wie sich eine heutige Küche präsentiert. Nachdem wir Caroline von Kretschmann als perfekte Gastgeberin erleben durften, wurde uns mit viel Fachkenntnis offenbart, was für ein enormes Organisationsprogramm hinter solch einem full-Service-Hotel steht und was es heisst, die Küche als junger Koch zu leiten, welcher für mehrere Restaurants (Hotelrestaurant, Europ-Treff, Kurfürstenstube) kocht.

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Es bedarf einen Koch mit klugem Kopf und viel Fingerspitzengefühl, um solch eine Herausforderung zu meistern und es sind kurze Wege und ein ausgewähltes Team von Nöten, um das kreierte Produkt mit dem entsprechenden Service zu präsentieren. Als kreativer Kopf mit bestimmten Vorstellungen von seiner Arbeit muss er behutsam vorgehen, um seine neuen Konzepte in solch einem „alten Haus“, wie es Michael Szofer liebevoll nannte, umzusetzen. Es gilt wohl Gewohntes zu verändern ohne Bewährtes zu verwerfen, wenn man seine Visionen Wirklichkeit werden lassen will. Und während wir mit Herrn Pratsch und Herrn Szofer die wunderschönen, zeitlos-eleganten Räumlichkeiten durchstreiften, endlose Gänge entlang schlenderten und schließlich die wunderschöne Kurfürstenstube betraten, konnten wir ein riesiges Stück Geschichte einatmen. Ein Stück lebendiger Geschichte, welches in den vielen, vielen ereignisreichen Jahrzehnten einen sanften Wandel vollzog, immer mit dem Herzen entschied und stets Tradition und Moderne bis zur Perfektion verband. Und so scheint es nur eine logische Konsequenz und eine Fortsetzung der eigenen Historie zu sein, dass im Hotel nach der Sommerpause ein neues Restaurant mit dem Namen „Fritz“eröffnet wird, welches dem großen Fritz Gabler, dem Urgroßvater von Dr. Caroline von Kretschmann gedenken soll. Mit dieser neuen Gastronomie wird das ganze Spektrum des kulinarischen Bedarfs erweitert und das Hotel um eine attraktive Einrichtung reicher. So, wie es in der Vergangenheit schon so oft und erfolgreich umgesetzt wurde….

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Als sich dann Erik Pratsch verabschieden musste, wir kurz noch im herrlichen Kaminzimmer innehielten und sich Michael Szofer langsam wieder in sein Reich zurückziehen musste, um den Abend zu konzipieren, juckte es uns doch und wir waren mehr als wissenshungrig, wo denn ein Herr Szofer zu Mittag speist. Und nach kurzer Denkpause und in aller Ruhe antwortete er: „Ich bin Mittags, im Vergleich zu dem, was ich koche, eher der Snacker. Wenn ich frei habe (ich schlafe gerne lang) steh ich auf und mache mich auf den Weg. Geh in die Stadt, fahr vielleicht etwas Fahrrad und wo ich dann gerne hingehe, ist der Coffee Nerd! Schönen Kaffee trinken und lecker Baguette essen. Wo ich auch noch ganz gerne hingehe, ist die Sushi-Bar in der Bergheimerstraße, das Sakura. Und wenn meine bessere Hälfte dabei ist, gehen wir gerne Süppchen essen im MoschMosch.“ Und nach einer kurzen Pause fuhr er mit einem Schmunzeln fort: „Privat ernähre ich mich also eher leicht. Manchmal reicht mir auch nur eine Banane am Tag!“

Liebe Frau Dr. Caroline von Kretschmann. Vielen Dank, dass wir ihr Haus besuchen durften und dass Sie uns so wertvolle Einblicke gewährten! Lieber Herr Szofer. Vielen Dank für ihre Zeit, die mehr als interessanten Ausführungen und die interessanten Gespräche! Lieber Herr Pratsch! Vielen Dank für ihr Engagement, ihre Unterstützung und natürlich ihre „Verbindungskünste“!

Wir haben natürlcih auch die Kurfürstenstube besucht. Hier unser Artikel dazu:  Kurfürstenstube

Und für alle die sich mal was gönnen wollen: Europäischer Hof Heidelberg