…Carl-Benz-Stadion (SV Waldhof Mannheim – SV Elversberg)

Der Löffelmeter war mal wieder hochgradig unternehmungslustig, unglaublich hungrig und es dürstete ihn nach deftiger Kost in seiner heftigsten Form! Es sollte viel sein, musste schnell gehen und am besten sollte für ordentlich Unterhaltung gesorgt sein. Also zogen wir an einem tristen, verregneten Samstag Mittag los und fuhren im Nieselregen gen Mannheim zu einem Heimspiel des Traditionsvereins SV Waldhof 07, um uns an der ehrlichsten Form der schnellen und fettigen Speisen zu delektieren. Denn wo sonst, wenn nicht in den Niederungen der rohen vierten Fussballliga, würde man pure, authentische Speise direkt aus der Bude bekommen.

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Tickets wurden vor dem Stadion käuflich erworben, zwischen mürrisch-trotzigem und doch optimistischem Stammpublikum, Gebrabbel aus dem Off („Die wo hait do sin, sin die, die wo imma do sin“), schlurfte man Richtung Kontrolle und trat auf den Vorplatz hinter der Südtribüne, wo just die Essmöglichkeiten sondiert wurden. Zur Linken kauerte ein Getränkestand mit bescheidenen Glühweinresten vom Vortag und zur Rechten ruderten die drei Imbissbetreiber der Metzgerei Moser direkt aus dem Stadtteil Waldhof mit vollem Engagement hinter der Theke umher. Die Dauerbrenner Feuer- und Bratwurst wurden ohne Unterlass für 3,00 € hinauskatapultiert, Steakbrötchen fanden bescheidenen Absatz und für die Pommes wurde eigens eine Warteschlange installiert, was zu Verwirrung und zu Teilen zu Unmut führte. Der feurigen Wurst konnte man mit Senf Intensität vermitteln und wer eine ganze Tüte Pommes schaffte, dem sollten mehr als nur simple Sättigung vergönnt sein.

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Denn Ruhm und Ehre, was eigentlich nur auf dem weiten Grün zu finden sein sollte, blieb nach der herkulesken Aufgabe der Frittenvertilgung leider aus und wurde gefolgt von salzig, fettigen Sodbrennen-Attacken, die ihres gleichen suchten. Hinuntergespült mit einem „blonden, leichten Typ“ und dem aufbrandenden Jubel der Führung des SVW im Rücken ging es forsch zurück zur Grillstation, um sich dem „Edelsnack“ der Metzgerei Moser zu stellen: der hausgemachten Frikadelle im Brötchen mit Zwiebeln für 2,50 €. Und diese war, im Gegensatz zu allen anderen Fast-Food-Stadion-Evergreens echt eine Wucht! Saftig und würzig, gepaart mit gerösteten Zwiebeln verlieh dieser Snack dem Stadionbesuch eine würdige Note, welche man nicht aller Tage genießen darf, auch wenn die Betreiber beifügten: „Ohne de Zwiwwel schmeckt die Frikadell bessa!“.

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Vergessen war die Tristess der Regionalliga, weggekehrt die mittelmäßige Platzierung der Heimmannschaft in der Tabelle! Plötzlich herrschte Ruhe und Harmonie in einem selbst! Die Frikadelle war so zu sagen eine Erinnerung an längst vergessene Tage! Große, erstklassige Tage! Die Vertilgung dieser gebratenen Köstlichkeit rührt Herzen, weckt Erinnerungen und Hoffnungen in den Reihen auf der Tribüne! Hoffnung auf bessere Zeiten! Erfolgreichere Zeiten! Vielleicht auch mit der Metzgerei Moser…