…Mikko Pfisterer

 

Der Löffelmeter frohlockte mal wieder nicht schlecht, war heiter bis unter die Hutkrempe, lustwandelte bei feinstem Wetter ziel- aber nicht orientierungslos samt Nachwuchs in der Weststadt die Landhausstraße entlang und stand plötzlichen und mit viel Erleichterung im Gepäck vor dem „glücklich„, Heidelbergs erstem Familiencafé! Artig wurde eingekehrt, fix bestellt und sogleich tat sich uns die Frage auf: Was isst jemand, der so ein großes Herz für Kind und Kegel hat? Wo speist jemand, der das scheinbar Unmögliche, möglich machte? Wo isst jemand zu Mittag, der einen Ort geschaffen hat, wo Menschen Platz haben, die sonst wenig Raum vorfinden? Wo isst Mikko, der mit seinem Café so viele Menschen glücklich macht?

Und so fing er an zu erzählen, plauderte aus dem Nähkästchen, präsentierte sich als versierten Kenner der Heidelberger Gastroszene und nahm kein Blatt vor den Mund! Um niemanden Unrecht zu tun, fair und objektiv zu bleiben, nahm der Löffelmeter sich die Freiheit Mikkos „Nichtfavoriten“ nicht beim Namen zu nennen.

„Also generell ist es bei mir ja so, dass ich qua meiner Arbeit hier im glücklich kaum weg komme. Aber wenn ich auswärts esse, dann passen bei mir ganz oft Erwartungshaltung und Realität nicht zusammen. Oft fehlt einfach das letzte Bisschen beim Essen! Früher war es bei vielen Gastronomien wirklich sehr gut und lecker. Gehe ich aber heute wieder in die gleichen Restaurants, bin ich wenig überzeugt.“

Und während er Kuchen schnitt und Saft abfüllte fuhr er fort: „Vor ein paar Wochen war ich Schnitzel mit Spätzle essen und über dem Essen lag der Geschmack von indischem Gewürz, weil die Küche einen neuen Koch hatte. Das ist ja generell nicht schlecht, aber da hat es nicht gepasst. Oder neulich bestellte ich in einem thailändischem Restaurant gebratene Nudeln und bekam etwas Labbriges, was nicht angebraten war. War auch schade, weil ich weiß, dass es da generell gut ist. Aber nachdem ich dann ein zweites Mal nicht überzeugt war, war es das.“

Während er die Kinderwägen neu rangierte, um Platz zu schaffen, ergänzte er: „Letztens nach der Arbeit hab ich mir einen doppelten, großen Döner geholt. Ich hatte riesigen Hunger, die Augen waren wieder größer als der Mund und dieser Döner hätte locker zwei Personen ausreichend gesättigt…Aber auch da fehlte irgendwie der letzte Pep!“ Mit einem Lächeln gab er zu: „Ich hab ihn natürlich komplett gegessen; weil gut war er schon.“

Und gerade als wir dachten, keine Speise würde Mikko glücklich machen, da lehnte er sich vor, nahm einen großen Schluck Tee und sprach: „Also. Wenn ich Mittags was essen will und es soll was fleischiges sein, dann gehe ich zum Kaschmir Tandoori in der Rohrbacher Straße! Ich liebe halt das indische Essen. Ich könnte mich täglich und zwar mehrmals reinsetzten! Es ist unglaublich lecker und sehr fair portioniert!“

Mikko! Herzlichen Dank für das nette Gespräch!