… Manuel Enrique Steinbrenner

 

Der Jahreswechsel ist vollzogen. Das spannende Jahr 2015 war in Ruhe gegangen und mit einem Male stand man mit beiden Beinen, ohne es recht bemerkt zu haben, im noch unbeschriebenem Blatt des Jahres 2016. Vieles war passiert, einiges geschehen und die noch vage Zukunft, so war sich der Löffelmeter sicher, sollte für Heidelberg und die Region nicht minder aufregend werden. Also suchten wir in der noch embryonalen Phase des Jahres nach geistiger Zerstreuung, mutmachender Unterhaltung und vor Allem nach optimistischer Plauderei mit Tiefgang, um dem unförmigen Körper der Folgezeit zumindest eine etwaige Form zu verpassen. Wir verabredeten uns daher mit Manuel, der zum einen als Architekt sehr gerne Dinge entwirft, die einmal werden und zum anderen als Mitglied des Gemeinderates von Heidelberg das Werdende mit gestaltet und so einen geschärften Blick für das sich Wandelnde hat.

Hoch oben über Heidelberg trafen wir uns so denn mit dem viermaligen Familienvater in der idyllischen Siedlung dem Kohlhof, wo er mit seinen Liebsten ruhig und naturnah lebt. Wir tauschten uns aus, während spielende Kinder immerzu und zu Recht unsere volle Aufmerksamkeit bekamen, wir eruierten Heidelberger Eigenarten während Kinderspielzeug muhte und mit Sirenen durch die Küche schoss, es wurde politisches und kulinarisches erörtert, während wir die Kaffeetassen füllten und als dann der Regen stärker wurde und der Magen knurrte, stellte der Löffelmeter die unvermeidbare Frage, wo denn Manuel am liebsten Essen geht.

„Also, ich bin ja sehr oft in der Altstadt unterwegs und da finde ich es Mittagessen-technisch gar nicht so leicht. Natürlich gehe ich da sehr gerne ins Joe Molese Burger essen, ins Falafel, was jetzt Mahmoud`s heißt oder auch ins Trattoria Toscana. Das MoschMosch geht auch manchmal, aber dann wird es schon eng, was das Preis/Leistungs-Verhältniss angeht. Manchmal fahre ich sogar auch zum Zafferano in der Poststrasse. Da ist es sehr lecker.“

Nach einer kurzen Pause fuhr er fort: „Ansonsten, wenn wir Essen gehen ist der Bierhelderhof eine tolle Adresse und zum Berghof Weinäcker gehe ich auch total gerne! Ach ja, ein sehr guter Italiener ist das Piccolo Mondo in der Altstadt.“ Während wir weiter sinnierten und Vor- und Nachteile der professionellen Speiseaufnahme eruierten, ergänzte Manuel noch: „Es liegt zwar total abgelegen, aber da könnte ich trotzdem jeden Tag hingehen, um zu essen. Das Gasthaus zum Röss`l in Waldhilsbach! Die haben zwar irgendwann preislich etwas zugelegt, aber das ist trotzdem voll in Ordnung. Es ist immer voll und in den Feldsalat könnte ich mich gerade hineinlegen!“

Und gerade als wir uns wieder hinaus aus der wohligen Wohnung hinein in den Regen begeben wollten, ergänzte er noch: „Die Gastronomie ist zwar ein hartes Geschäft, aber das Schöne sind die Leute! Wenn du Bock auf Menschen hast, dann ist das einfach cool. Es kommt da teilweise nicht primär aufs Essen drauf an, sondern es geht um die Stimmung. Was da alles passiert. Was da geschieht. Paare treffen sich, trennen sich, Lebenswege ändern sich an diesem Ort. Die Begegnungen die dort statt finden, das ist einfach schön! Und das ist eben das tolle am Essen gehen. Es ist ein Gemeinschaftsding! Man ist nicht nur für sich!“

Lieber Manuel! Wir bedanken uns für einen ereignisreichen Mittag, mit tollen Gedanken und wunderbaren Gesprächen!