… Joachim Hess

Der Löffelmeter war mal wieder hungriger denn je und es sollte dieses mal etwas besonderes sein! Es sollte ordentlich was auf den Tisch kommen, frisch und bodenständig sollte es sein und gleichzeitig wollten wir feine Kost für Gaumen und Auge, welche sich nahtlos aneinander schmiegt. Wir wollten uns auf eine kulinarische Reise begeben ohne die klare Ebene der klassischen Küche zu verlassen und so zog es uns unweigerlich und mit starker Anziehungskraft in die Altstadt zur Herrenmühle, wo seit dem 9. Mai 2015 kein Geringerer, als Joachim Hess die Kochlöffel-Zügel fest in der Hand hält. Der Mann, der 1984 in Eiterbach im schönen Restaurant Goldener Pflug mit phantastischer Kochkunst einen Michelin-Stern erkochte und 17 Jahre lang behielt, war und ist auch jetzt immer noch auf der Suche nach neuen Gerichten und anderen Speisen, genießt die Auseinandersetzung stets mit anderen Küchen, schätzt internationale Einflüsse sehr und doch weiß er ganz genau was Seins ist und welche Kochtendenzen nicht zu ihm passt. Mit feinem Geist, scheinbar endlosem Know-how und geschärftem Sinn kreiert Joachim Hess mit seiner sehr entspannten und herzlichen Art und Weise kulinarische Kompositionen, welche sowohl eine Gourmet-Neuling, aber auch einen versierten Gaumen und kundigen Verkoster der gehobenen Küche bezirzen. Und als wir uns dann mit den köstlichen Herrlichkeiten von Lachs, Kürbis und Hirsch die Seele streicheln ließen, fragten wir uns immer eindringlicher: Wo, zum Kuckuck, geht ein Koch, wie Joachim Hess eigentlich am liebsten essen, wenn er nicht selber gerade in seiner Küche steht?

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Und so packten wir uns ein Herz, huschten zur Küche, trafen das gastronomische Mastermind kurz am Pass (Schnittstelle zwischen Küche und Service) und stellten die eine Frage: „Wo gehen Sie eigentlich essen, wenn Sie nicht gerade selber kulinarische Highlights zum besten geben?“

Joachim Hess: „Also das ist so ein bissl schwierig, ne! Man kennt so viele gute Restaurants, man hat so wenig Zeit und oft oder meistens haben die Restaurants, wo ich gerne hingehe auch noch die gleichen Öffnungszeiten, wie wir in der Herrenmühle. Aber wenn ich es mal einrichten kann, dann geht`s in die Backmulde, in den Europäischen Hof gehe ich sehr gerne, beim Robert Rädel im Oben bin ich gerne gewesen und der Tristan vom Opus V ist absolut top. Moderne Küche und das Tüpfelchen obendrauf schmeckt da auch wirklich nach was und ist nicht nur Deko.“

Nach einer kurzen Pause ergänzt er: “ Ja, es gibt schon so einige Anlaufstellen, wo ich sehr gerne essen gehe. Zum Beispiel habe ich ja Montags frei und dann gehe ich manchmal in den Odenwald nach Oberflockenbach was kleines essen. In der Rose machen sie alles selbst, es ist sehr gut und die sind immer voll! Immer!“

Und mit einem Schmunzeln fuhr er fort: „Aber eigentlich könnte ich jeden Tag immer nur essen gehen! Letztens war ich im Same Same in der Steingasse und hab `ne große Platte Sushi gegessen. Danach bin ich dann noch zum Joe Molese ein paar Häuser weiter gegangen und hab noch `nen Burger mit Pommes gegessen!!“ Lachend ergänzt er bevor er sich wieder zum Herd umdreht: „Da war ich saumäßig satt, aber es war beides so lecker!“

Lieber Joachim! Tausend Dank für dieses ganz besondere Interview!