…Anne Richter

 

Als unser Heidelberg am 1. Dezember 2014 UNESCO-Literaturstadt wurde, frohlockte der Löffelmeter nicht schlecht, erhob voller Anerkennung sein Glas und fragte sich grübelnder, denn je zuvor: Wo isst denn nur ein schreibender Künstler zu Mittag? Wo stärkt sich ein Magier der Worte, wenn der Magen knurrt? Neugierig, wie ein Alpaka, haben wir ohne Umschweife unsere wissenshungrigen Fühler ausgestreckt, zückten Stift und Papier und trafen uns, die Ohren extra gespitzt, mit einer wahren Wortakrobatin, waschechten Prosa-Flüsterin und Erzählerin vorm Herrn, mit Anne Richter!

Die schon mehrfach ausgezeichnete Autorin hat schon fleißig veröffentlicht, ist eifrig auf Lesereisen, arbeitet an einer Sprachschule und wenn Sie nicht gerade am Schreibtisch Wörter und Sätze gekonnt zu geistigen Welten zusammensetzt, dann geht Sie zur Mittagszeit auch schon mal Essen.

„Also grundsätzlich esse ich ja schon eher zu Hause wegen der Tagesordnung, weil ich momentan morgens am Schreibtisch sitze und nachmittags an der Sprachschule arbeite. Wenn ich allerdings vormittags an der Sprachschule arbeite, dann suche ich mir in der Stadt etwas. Oft gehe ich dann in das Literatur Café in der Stadtbücherei.“

Und mit einem Lächeln im Gesicht fährt Sie fort: „Ich finde es gut, dass man da einfach ruhig in der Ecke sitzen und lesen kann. Man kann sich hier ein bisschen zurückziehen. Und dann haben die auch noch eine tolle Auswahl an Speisen, die immer liebevoll zubereitet sind.“ Nach einer kurzen Pause ergänzte Sie noch schnell: „Und die Kellnerinnen sind sehr, sehr nett!“

„Und wo ich auch noch gerne hingehe ist das kleine französische Café in der Poststraße (Patisserie & Boulangerie Paris, Anm. d. Verf.). Die haben so einen leckeren süss-sauren Franzosentopf mit Gemüse und Hühnchenfleisch! Den esse ich besonders gerne im Winter, kostet 4,00 €, Baguette dazu. Perfekt! Es geht auch schnell, weil es ja schon vorbereitet ist. Und wenn man nicht so viel Zeit hat, ist das ideal. Ausserdem kann man auch toll draussen sitzen und Milchkaffee trinken.“

Liebe Anne, es war uns ein ganz besonderes Vergnügen! Vielen Dank für das Gespräch.