…ABSOLUT Alex

Es war ein wunderschöner Samstagvormittag in Heidelberg als wir uns aufmachten zum Absolut Tattoo Studio, um den Inhaber Alex Weigand wegen seiner mittäglichen Essgewohnheiten zu interviewen. Wir schlenderten bei Sonnenschein durch die noch ruhige Plöck, die Vögel zwitscherten, der warme Wind wehte durch die schöne Straße, der Fahrradverkehr hielt sich noch in Grenzen, Kindergelächter schallte aus einem Hinterhof und wir waren glücklich diesen viel beschäftigten Künstler vor unser Mikro zu bekommen.

Je näher wir jedoch dem Studio kamen, um so stiller wurde es. Keine spielenden Kinder mehr weit und breit. Die Vögel verstummten, Anwohner verschwanden in ihren Häusern, Fensterläden wurden geschlossen, die Temperatur schien rapide zu sinken und sogar die Sonne wollte ihr Antlitz hinter dem Königstuhl verbergen. Es schien, als würde eine düstere Aura von dem Gebäude mit der Nummer 54 ausgehen. Was in den Gemäuern wohl schon geschehen ist? Was hat dieses Haus schon gesehen?

So standen wir nun vor der dunklen Fassade in der Plöck. Mutterseelenallein, mit weichen Knien und einem mulmigem Gefühl in der Magengegend. Sollten wir anklopfen? Die Neugier trieb uns und wir waren dem Löffelmeter verpflichtet. Die bohrende Frage, was solch ein begnadeter Tattoowierer wohl isst, machte uns mutig. Plötzlich ein Schatten! Er bewegte sich in Windeseile durch das Studio, verschwand und wie aus dem Nichts öffnete sich langsam und mit einem leisen Knarren die Tür.

Es trat hervor ein freundlich grinsender Mann, der vor seliger Entspanntheit nur so strotze! „Kommt doch rein!“ sprach`s und nahm uns mit einem Mal alle eingeredeten Bedenken oder lächerlichen Befürchtungen! Alex, der nebenbei noch in gleich zwei legendären Heidelberger Rockbands (Dirty Leeds und Dezperadoz) Bass spielt, führte uns in sein Allerheiligstes. Zwischen Nadeln und Farbe, skurrilen Objekten, Skizzen und Bildern nahmen wir Platz und waren gespannt, was wir zu hören bekommen sollten.

„Äh, also eigentlich geh ich Mittags nicht unbedingt essen.“ Äh, bitte? „Na, ja. Ich fang erst um 11:00 Uhr an zu arbeiten, deswegen fällt das Mittagessen fast immer flach.“ Aha…“Aber weil ihr mich gefragt habt, hab ich mal drei zusammengestellt. Und zwei davon haben auch Mittags offen“ Puh!

„Beim ermitteln meiner Top Drei bin ich in drei verschiedene Richtungen gegangen. Zum einen, wenn es mal darum geht lecker Tapas zu essen oder Spanisch, dann ist das der Don Robert in Bergheim. Da geh ich gerne und häufig hin! Sehr lecker! Da weiß ich aber nicht, ob er Mittags offen hat…“ (hat er leider nicht)

„Wenn es zünftig sein soll und wo das Preis/Leistungsverhältnis recht stimmig ist, finde ich, ist der Goldene Hecht. Österreichische Küche! Deftig! Da sollte man schon guten Hunger mitbringen.“

„Und dann noch als drittes eine aktuelle Neuentdeckung und mein Lieblingsitaliener: der Da Pino! Ein sehr bodenständiger Italiener ohne Schnörkel, mit sehr fairen Preisen und einem Gastgeber mit extrem hohen Unterhaltungswert. Sehr lecker und ohne Schnick Schnack!“

Alex! Vielen Dank! Es war uns ein Fest!